Sportwissenschaft / Forschungsstelle "Mehr Sicherheit im
Schulsport"
Leitung:
Prof. Dr. Horst Hübner
Mitarbeiter:
- Michael Pfitzner
- Ulrich Scharffe
Anschrift:
BUGH Wuppertal, Fuhlrottstraße 10, 42097 Wuppertal
Telefon: 0202 439 2009 / -2303 / -2011
Fax: 0202 439 3745
email: hhuebner@uni-wuppertal.de
WWW: http://www.uni-wuppertal.de/fb3/sport/sportsoziologie/sportsoz.html
Allgemeiner Überblick:
Den Trägern der öffentlichen Unfallversicherungen werden bundesweit jähr-lich rund
700.000 Schulsportunfälle gemeldet. Derzeit sind im Jahresdurchschnitt 4% aller
Schülerinnen und Schüler von einem Sportunfall betroffen - fast die Hälfte aller
Unfälle in der Schule sind Sportunfälle.
Abgesehen von den finanziell nicht messbaren persönlichen Folgen für die Betroffenen
sind auch die volkswirtschaftlichen Konsequenzen enorm. Die Behandlungskosten, die
Entschädigungs- und Rentensummen, die von den Trägern der öffentlichen
Unfallversicherung jährlich allein für Schulsportunfälle aufzubringen sind, liegen
bundesweit in einer Größenordnung von mehreren 100 Mio. DM.
Der gegenwärtige wissenschaftliche Erkenntnisstand kann bisher nur ansatzweise
verlässliche Hinweise für unfallreduzierende Maßnahmen und Präventionsstrategien
bieten. Die vorfindbaren Modelle und Theorien, die präferierten Untersuchungsmethoden und
die vorhandenen Datenbestände sind nur in geringem Maße in der Lage, Schulsportunfälle
hinsichtlich ihrer situativen, ihrer personalen und materiell-organisatorischen Merkmale
und Ursachen angemessen abzubilden. "Anleihen" beim Erkenntnisstand der Arbeits-
und Verkehrssicherheitsforschung sind nur begrenzt möglich, da bei Schulsportunfällen
gravierende Unterschiede bezüglich der jeweils charakteristischen Gefährdungsmomente
bestehen.
Die Forschungsstelle hat bisher auf der Basis eines "forschungsstrategischen
Mittelwegs" über 5000 Schulsportunfälle im Rahmen von Quer- und
Längsschnittstudien untersucht. Die vorliegenden Ergebnisse konnten den Erkenntnisstand
auf dem Gebiet der schulsportlichen Unfallforschung deutlich erweitern; sie finden
gegenwärtig verstärkt Eingang in landesweit koordinierte Präventionsprogramme.
Forschungsbereiche:
- Der erste Bereich umfasst die Entwicklung und Validierung neuer Forschungsinstrumente
zur differenzierten Analyse von Schulsportunfällen. So wurden u.a. Methoden zur
schriftlichen Nachuntersuchung von Schulsportunfällen und Verfahren zur Abschätzung
expositionszeitbezogener Unfallrisiken von Schulsportarten entwickelt.
- Im zweiten Forschungsfeld geht es um die Bestimmung unterrichtsinterner, situativer und
personaler Unfallfaktoren für die relevanten Schulsportarten und die jeweiligen Schul-
und Altersstufen.
- Der dritte Bereich widmet sich der Entwicklung und Erprobung geeigneter Lehrmaterialien
für die Aus- und Fortbildung von Sportlehrkräften. Zur Zeit werden neue Medien und
Arbeitshilfen zur Sicherheitsförderung im Schulsport entwickelt und neuartige
sportartbezogene Handreichungen zu den Sportspielen erarbeitet.
Wissenschaftliche Zusammenarbeit:
- Bundesverband der Unfallkassen (BUK)
- Gemeindeunfallversicherungsverbände Westfalen - Lippe und Rheinland
- Landesinstitut für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein - Westfalen
- Ministerium für Stadtentwicklung, Kultur & Sport des Landes Nordrhein - Westfalen
Dienstleistungs- und Kooperationsangebote:
- Beratung der Initiativen zur Sicherheitsförderung im Schulsport
- Durchführung empirischer Studien zum schulsportlichen Unfallgeschehen auf lokaler,
regionaler und landesweiter Ebene
Publikationen:
- HÜBNER, H. (1997): Mit Risiken umgehen können. In: HÜBNER, H. / HUNDELOH, H. (Hg.)
(1997b). S. 17 - 46.
- HÜBNER, H. (1999): Mit Bewegungsrisiken umgehen können - eine pädagogische
Perspektive für den Schulsport. In: KOTTMANN, L. et al. (Hg.) (1999): Sportpädagogik
zwischen Kontinuität und Innovation. Schorndorf. S. 104 - 118.
- HÜBNER, H. / HUNDELOH, H. (Hg.) (1997a): Zehn Jahre "Mehr Sicherheit im
Schulsport" - Erfahrungen und Erkenntnisse zum Unfallgeschehen im Schulsport des
Landes Nordrhein - Westfalen, Münster (263 S.).
- HÜBNER, H. / HUNDELOH, H. (Hg.) (1997b): Kongressbericht "Mehr Sicherheit im
Schulsport - Bilanz und Perspektiven", Münster (179 S.).
- HÜBNER, H. / PFITZNER, M. (2000a): Schulsportunfälle in Nordrhein - Westfalen. Die
wichtigsten Ergebnisse zum Unfallgeschehen des Schuljahres 1998/99. Münster.
- HÜBNER, H. / PFITZNER, M. (2000b): Neue Erkenntnisse zum Unfallgeschehen im Schulsport.
In: KÖRPERERZIEHUNG 50/2000/5. S. 263 - 269.
- HÜBNER, H. / PFITZNER, M. / SCHARFFE, U. (1999): Literaturarchiv
"Gesundheitsschutz und Sicherheitserziehung" - Zwischenbericht (Stand
06.12.1999) (hektogr. Manuskript, 46 S.), Wuppertal.
- MIRBACH, A. (1997): Der Unfallschüler - eine unbekannte Größe? In: HÜBNER, H. /
HUNDELOH, H. (Hg.) (1997a). S. 73 - 92.
- MIRBACH, A. (1997): Der Sportlehrer - ein unbekannter Faktor im Unfallgeschehen? In:
HÜBNER, H. / HUNDELOH, H. (Hg.) (1997a). S. 93 - 117.
- PFITZNER, M. (1997): Unfälle beim Handballspiel im Sportunterricht der Sekundarstufen I
und II - eine empirische Studie und ihre Konsequenzen für einen effektiveren
Gesundheitsschutz (unveröff. Examensarbeit), Münster (160 S.).
- SCHARFFE, U. (1999): Risiko Schulsportalltag - eine explorative Studie zur
Risikoabschätzung im schulsportlichen Unfallgeschehen auf der Basis einer empirischen
Analyse von Unterrichtsdokumenten, Stuttgart.
Dissertationen:
- MIRBACH, A. (1996): Schulsportunfälle an allgemeinbildenden Schulen in Westfalen -
Lippe, Diss. Phil. Univ. Münster, Münster (319 S.).
Diplomarbeiten:
Staatsexamensarbeiten zur empirischen Analyse des schulsportlichen Unfallgeschehens in
verschiedenen Schulformen, -stufen und Sportarten wurden vorgelegt von: Jörg Brachmann
(1996), Michael Büssing (1996), Kerstin Cramer (1996), Birgit Dammann (1996), Leoni
Grimbacher (1996), Anja Heselhaus (1996), Antje Lehneke (1996), Marion Quellenberg (1996,
Wolfgang Rölver (1996), Nicola Schlüter (1996), Anja Ley (1997), Michael Pfitzner
(1997), Uta Baumgarten (1997), Sandra Berghaus (1998), Christian Urner (1999), Christian
Schmahl (2000).